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Politik trifft Praxis

Am 5. August besuchte der Europa Abgeordnete Niclas Herbst eine Abordnung des Fischereischutzverbandes in Neustadt in den Räumen des Neustädter Fischeramtes von 1474, um sich über die in der Fischerei herrschenden Probleme zu informieren.

Europa Abgeordneter Niclas Herbst

Der Auslöser des Besuches war ein Presseartikel des Baltic Seal and Cormorant Transnational Cooperation project, gegründet 2017 von 14 FLAGs aus den Ostseeanrainerstaaten Finnland, Schweden, Estland und Deutschland, der sich mit dem Problem der Verbreitung von Parasiten durch Seehunde und den damit zusammenhängenden negativen Auswirkungen auf die Fischerei mit passiven Fanggeräten und den Dorschbestand in der mittleren Ostsee auseinandersetzt. Da die gleichen Probleme auch hier zunehmen hatte der Fischereischutzverband Schleswig-Holstein dies zum Anlass genommen den in Schleswig-Holstein zuständigen Minister Herrn Jan Philipp Albrecht nach seiner Sichtweise zu diesem Problem zu fragen und um die Erforschung möglicher Zusammenhänge wie:

  • Parasitenverbreitung durch die Ausscheidungen der Seehunde
  • Eintrag in die Nahrungskette des Dorsches
  • Lebererkrankungen des Dorsches durch Leberwürmer
  • Magersucht

und wahrscheinliche Auswirkungen auf die Reproduktionsfähigkeit des Dorschbestandes nachgesucht.

Natürlich war dies nur der Aufhänger für die Abordnung Fischereischutzverbandes Herrn Herbst auch die anderen aktuellen Problemfelder in der Fischerei als da sind:

Gemeinsame Fischereipolitik:

  • Verlängerung der Dorschschonzeit im Untergebiet 22 der Ostsee um den Monat Januar als Ersatz für die „Sofortmaßnahme zum Schutz des Dorschbestandes“ die nur für deutsche Fahrzeuge gilt und zur Verhinderung der Verlagerung des Fangaufwandes durch andere MS in dies Gebiet, wodurch der beabsichtigte Schutzzweck konterkariert wurde. Die Schonzeit muss jegliche aktive Fischerei, auch auf andere Fischarten, wegen der Störwirkung der Laichaktivität des Dorsches, ausschließen.
  • Technische Maßnahmen an den Fanggeräten der aktiven Fischerei zur Verbesserung der Selektivität (Verringerung der Beifänge) mit dem Ziel mittelfristig das bisher nur mangelhaft durchgesetzte und schlecht zu kontrollierende Anlandegebot zu ersetzen.
  • Umsetzung des Art. 17 der Grundverordnung

Novellierung der Kontrollverordnung:

  • Elektronische Übermittlung von Fangdaten der Fahrzeuge unter 8m Länge aus Sicherheitsgründen erst nach dem Erreichen des Hafens.
  • Zulassung des Kapitäns für das Wiegen der Fänge, wenn, wie vorgesehen keine zertifizierte Person verfügbar ist.
  • Beibehaltung der Freimenge für den Verkauf an Endverbraucher von 30 kg zur Stärkung der Selbstvermarkter.

Natura 2000:

  • Auf EU Ebene Einführung von elektronischen Warngeräten in der Stellnetzfischerei PAL oder gleichwertig, durch Anschub Finanzierung, wo noch nicht vorhanden, zur Verminderung der Beifänge von Schweinswalen als mildere Maßnahme zum Ersatz für Gebietssperrungen und damit Sicherung des Fortbestandes der Kleinfischerei mit passiven Fanggeräten in allen MS.
  • Verringerung des Kormoranbestandes durch die Vorgabe gleicher Zielwerte des Bestandes in allen Mitgliedsstaaten und Managementmaßnahmen EU weit.
  • Erforschung der Auswirkungen des Parasitenbefalls beim Dorsch, ausgelöst durch die Ausscheidungen der Seehunde und Eintrag in die Nahrungskette bei Fischen. Schwerpunkt: Einflüsse auf die Reproduktionsfähigkeit beim Dorsch.

Zum Punkt 3 des Themenkreises „gemeinsame Fischereipolitik, Umsetzung des Art. 17 der Grundverordnung“ gibt es nun eine erfreuliche Bewegung in Frankreich, die auch in allen Mitgliedsstaaten der EU für Bewegung sorgen sollte.


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